Treffen des StarTree Praxis-Panels “Steiermark

Wednesday, 23 January 2013 Posted in StarTree, Styria Region

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Im Zuge einer Projektstudie unter der Programmlinie des BMVIT "Fabrik der Zukunft" konnte die wirtschaftliche Bedeutung von Nichtholzprodukten und Dienstleistungen in Österreich untersucht werden.

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Die Situation im europäischen Gesamtvergleich gestaltet sich sehr unterschiedlich, weshalb mit StarTree ein erster EU-weiter Versuch unternommen wird, die Bedeutung von NHP in Europa aufzuzeigen sowie das Wissen in diesem Bereich zusammenzuführen und soweit möglich zu erweitern. Ein zentraler Bestandteil für diesen Wissenstransfer sind die 14 in unterschiedlichen Regionen Europa's gestreuten Fallstudien und die Zusammenarbeit mit PraxisvertreterInnen. Deren Bereitschaft zur Unterstützung des Projekts soll Ihnen auch zu einem entsprechenden positiven Nutzen verhelfen, wie z.B.:
• Wissenstransfer und –vorsprung
• Inhaltliche Mitgestaltung des Prozesses für die regionale Fallstudie
• Kooperationsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen (national vs international, vertikal vs horizontal)
• Vernetzung der wesentlichen Akteure

Workshop Teil 1: Erfahrungen
Die Erfahrungen der PraxisvertreterInnen mit Nichtholzprodukten wurden schlagwortartig auf Kärtchen notiert, gesammelt, erläutert und auf einer Pinwand zusammengefasst. Neben der Einteilung in positive und negative Bereiche konnte anhand der unterschiedlichen Sichtweisen der Gruppe sowohl die Vielfalt an relevanten Aspekten beleuchtet, als auch eine erste Eingrenzung potentiell bedeutender Nichtholzprodukte für die Steiermark angedacht werden. Für die weitere Arbeit war es von Bedeutung die drei wesentlichen Produkte(-gruppen), die im Zuge des weiteren Workshops näher betrachtet werden sollten, herauszufiltern. In einer offenen Diskussionsrunde einigten wir uns auf die Zirbe, Früchte/Beeren und Wild.

Workshop Teil 2: Runder Tisch "Produktion" & "Marketing"
Die ausgewählten NHPs wurden im Zuge der weiteren Arbeit an getrennten Tischen in zwei gleich großen Gruppen unter folgenden Fragestellungen erörtert:

1. Welche Rahmenbedingungen machen die Produktion von Nichtholzprodukten erfolgversprechend? Welche unterdrücken Sie?

2. Was sind die Potentiale und Hemmschuhe für erfolgreiche Vermarktung (und Veredelung) von Nichtholzprodukten (in der Region)?

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Ad 1 Produktion:
Bei NHP handelt es sich vorwiegend um "Nebenerscheinungen" der forstlichen Produktion weshalb seitens der Eigentümer (Waldbesitzer), abgesehen von der Jagd und damit einhergehend dem Wildbret, aus wirtschaftlichen Gründen (bisher noch) kein Augenmerk auf deren Bereitstellung gelegt wird. Potential für die Stärkung strukturschwächerer Gebiete und somit ein positiver Beitrag zur ländlichen Entwicklung ist sicherlich gegeben – dies kann einerseits durch bereits existierende Nischenprodukte belegt werden (z.B. Genussregionen, Naturparkspezialitäten, Xeis Edelwild) und könnte sowohl durch Innovationen (z.b. neue Nutzungswege, Veredelung zu höherwertigen Produkten) oder aber auch durch die "Wiederbelebung" von traditionellem, alten Wissen (z.B. Klangholz, Heidelbeere) weiter voran getrieben werden. Zeitliche sowie räumliche Verfügbarkeit (z.B. Verbreitungsgebiete, Fruchtbildung, Schon- bzw. Abschusszeiten) gelten als wesentliche Treiber im Zusammenhang mit der möglichen Bereitstellung von NHP. Neben ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen werden Image (z.B. Herkunftsnachweis, Qualität) und Bewusstsein in der Gesellschaft (z.B. Nutzungsrechte, Umgang mit der Natur) als wesentliche Faktoren hinsichtlich der potentiellen Nutzbarkeit verschiedener NHP angesehen.

 

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Ad 2 Vermarktung:
Das wesentliche Kriterium im Zusammenhang mit der Vermarktung von NHP ist die Frage der Definition der Eigentumsrechte. Für ein professionelles Marketing bedarf es zumeist bestimmter Mindestmengen und gleichbleibender Produkteigenschaften (Qualitätskriterien), die volle Abklärung rechtlicher Fragen und die Heranziehung von "Vermarktungs-Profis". Kooperationen, sowohl horizontal als auch vertikal, werden als unumgänglicher Erfolgsfaktor in diesem Zusammenhang angesehen. Der Charme eines "raren" Produktes im Gegensatz zu einem Massenprodukt sowie die Einbindung regionaler Aspekte bieten eine breite Palette an Möglichkeiten, die im Zuge einer Praxis-Plattform unter weiterer Einbindung von professionellen Akteuren (z.B. AMA-Gütesiegel, BÖG,..) weiter entwickelt werden könnten, wobei es wichtig erscheint, VertreterInnen von außerhalb der Forstwirtschaft hereinzuholen. Am Beispiel vergleichbarer erfolgreicher Produkte (z.B. "Hirschbirne" in Pöllau) wurde skizziert, was zu einer erfolgreichen Entwicklung einer Produktlinie notwendig erscheint: 1. "Gesamtkonzept": Aufbau eines Marktes ist ein langfristiges Unternehmen und erfordert Hand-in-Hand den Ausbau von Produktion (z.B. Anbau entsprechender Kastaniensorten), Vertriebslinien und Erschließung neuer Märkte (verschiedene Produkte, Anwendungen) sowie die Entwicklung einer Wissensbasis und Beratungskompetenzen; 2. "dran bleiben": anhaltendes Engagement und Investitionen durch mehrfache Akteure und/oder unterschiedliche Förderungsschienen und Projekte; 3. "Angebotspaket": Kombination unterschiedlicher Produkte (z.B. Zirbenschnaps, Zirbenholz, Polsterfüllungen, etc.) und Dienstleistungen (z.B. touristische Angebote). Diese Schritte erscheinen für die Zirbe teilweise schon erfolgt (es gibt einen Boom), für Kastanie erscheint ein reales Potential gegeben. Für Wild könnte die Entwicklung einer Qualitätsmarke für österreichisches Wild (wildlebend) angedacht werden.

 

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Geplante Aktivitäten in der STMK
Neben der Datensammlung für StarTree Projektthemen (z.B. Produktionsketten, Innovationen) wird eine Detail-Fallstudie zu "Naturparkspezialitäten" (M. Asamer-Handler) aufbereitet. Der Arbeitsplan für die Gruppe sieht 4 Treffen im Zuge des StarTree Projektes vor, die im Wesentlichen für Wissenstransfer, Kooperation sowie mögliche Gemeinschaftsaktivitäten genutzt werden. Das bevorstehende StarTree Projekttreffen in Neuberg an der Mürz (2.-4. April 2014), zu welchem alle TeilnehmerInnen herzlich eingeladen sind, bietet die Möglichkeit der Vernetzung mit weiteren (internationalen) ProjektpartnerInnen sowie der Darstellung der regionalen Fallstudie Steiermark.

Eine abschliessende Diskussionsrunde fokussierte noch einmal auf die Wünsche und Anregungen der PraxispartnerInnen, i.a.:
• 2-4 Treffen/Jahr sind gewünscht (nächstes gemeinsames Treffen noch vor dem StarTree Projekttreffen, 2-4 April 2014)
• Kooperationsaufbau denkbar (z.B. Wildvermarktung regional vs national)
• Weitere PraxisvertreterInnen/ExpertInnen für einzelne Treffen hinzuziehen (Flash-Präsentationen zu bestimmten Themen) -> Image/Werbung/Konsumenten
• Ausstellung gestalten / Konzepte erarbeiten

Production

Marketing

·         communication of origin and quality

·         maintaining know-how

·         trade-offs between products

·         raising awareness about use rights

 

·         ensuring property rights

·         clarification of legal aspects

·         minimum quantities necessary

·         importance of cooperations beyond sectoral forestry borders and with “professionals”

·         stakeholder platform

eu-55
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  • Last Modified: Tuesday 18 April 2017, 13:11.